Broschüren

Den am besten erschlossenen Bestand der Sammlung Proteste bilden rund 20.000 überwiegend deutschsprachige Broschüren, die vor allem aus den Jahren 1968 bis 2005 stammen.
Broschüren sind Schriftstücke mit zumeist geringem Umfang und ohne festen Einband. Die Exemplare der Sammlung sind sehr vielfältig und stammen aus unterschiedlichen Entstehungskontexten. Im Vergleich zum Buch ist die Herstellung von Broschüren einfacher und billiger. Daher wurden sie im politischen Bereich oft verwendet, um zeitnah auf aktuelle Ereignisse zu reagieren. Häufig wurden sie von eher kurzlebigen, informellen und vor allem lokal agierenden Gruppierungen erstellt (z.B. von Bürgerinitiativen, von Studierendengruppen oder von anderen informellen Zusammenschlüssen). Sie wurden privat vervielfältigt und oftmals als Fotokopien (ähnlich den Flugschriften) in Umlauf gebracht. Mit der zunehmenden Institutionalisierung der Akteure in den sogenannten Neuen Sozialen Bewegungen in den 1980er und 1990er Jahren veränderte sich auch die Form der Broschüren. Überregionale Vereine, Stiftungen und NGOs waren von nun an in der Lage, sie professioneller zu gestalten, auf technischem Wege zu vervielfältigen oder in gedruckter Form zu veröffentlichen.
Recherche und Benutzung
Die Titel der Broschürensammlung sind im WLB-Katalog recherchierbar. Eine Filterung nach diesem Bestand ist derzeit im WLB-Katalog jedoch nicht möglich. Wenn Sie gezielt Veröffentlichungen aus diesem Bestand suchen, senden Sie bitte eine schriftliche Anfrage per E-Mail.
Da es sich um seltene und zum Teil fragile Materialien handelt, können die Broschüren nur in den Räumen der Bibliothek genutzt werden. Die bestellten Exemplare stellen wir im Allgemeinen Lesesaal für Sie bereit.