Felix Heinzer: Zur Geschichte der Fürstlich Fürstenbergischen Handschriftensammlung

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Die Geschichte der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek1 beginnt, soweit sie mit dem Namen Donaueschingen verbunden ist, im Jahre 1723 mit der Verlegung der Residenz von Stühlingen an die Donauquelle unter Fürst Joseph Wilhelm Ernst. Bereits im Januar 1724 wurde der persönliche Buchbesitz der Fürsten nach Donaueschingen übertragen (s. u. Anm. 27), der Rest der Stühlinger Bestände folgte 1752, und 1768 wurde schließlich auch die Bibliothek der 1744 ausgestorbenen Meßkircher Linie in die neue zentrale Residenz verbracht2, wo sie mit dem übrigen Bestand im eben fertiggestellten Archivgebäude Unterbringung fand. Ist damit der Beginn der Donaueschinger Hofbibliothek recht präzise vor 270 Jahren anzusetzen, so reichen die Anfänge der fürstenbergischen Bibliothekstradition als solcher erheblich weiter zurück. Ihnen soll zunächst nachgegangen werden.

Die ältesten erhaltenen Zeugnisse persönlichen Buchbesitzes von Mitgliedern des Fürstenhauses fallen in das späte 15. Jahrhundert. Es handelt sich um eigenhändige Besitzvermerke des Grafen Wolfgang von Fürstenberg (1465 bis 1509). Nicht weniger als drei Handschriften - die "Christherre"-Chronik Ms. 78 (hier Kat.-Nr. 22) und die beiden Arzneibücher Ms. 785 (s. Abb. 1) und Ms. 7873 - tragen den Vermerk Dis buch ist Wolffgang grauff zu Fürstenberg. Unter Wolfgang, dem Stammvater der späteren Fürstenberger, der im übrigen 1488 auch Donaueschingen an sich gebracht hatte, waren seit 1495 alle Besitzungen des Hauses in einer Hand vereinigt.4 Und vielleicht darf man auch annehmen, daß er "alle vorhandenen Bücher und Handschriften, auch die schon von seinen Vorfahren ererbten, in einem seiner Schlösser ... zu einer kleinen Bibliothek vereinigte".5 Seine Vertrautheit mit einem so großen Bibliophilen wie Kaiser Maximilian, der ihn 1486 zum Ritter schlug und ihm wiederholt verantwortungsvolle Ämter und Missionen übertrug, könnte für Wolfgangs Verhältnis zu Büchern nicht ohne Wirkung geblieben sein.

Über die Sammeltätigkeit von Wolfgangs Vorfahren, die in den eben zitierten Ausführungen Johnes angesprochen werden, ist nichts Genaues bekannt; das eine oder andere dürfte allerdings mit Sicherheit bereits vorhanden gewesen sein. Unter Wolfgangs unmittelbaren Nachfolgern scheint das Interesse für Bücher ebenfalls gepflegt worden zu sein. Dies gilt etwa für seine Söhne Wilhelm (gest. 1549) und Friedrich (gest. 1559), der durch die Heirat mit der Gräfin Anna von Werdenberg die Grafschaft Heiligenberg und damit wohl auch den prachtvollen Psalter Ms. 309 (s. Kat.-Nr. 9) und vielleicht noch weitere Handschriften aus dem Vorbesitz der Werdenberger in fürstenbergischen Besitz brachte, aber auch für Friedrichs und Annas Sohn Joachim (gest. 1598), den Schwiegersohn Froben Christophs von Zimmern (vgl. zu diesem Kat.-Nr. 49), der das Schloß Heiligenberg prachtvoll ausbaute.6

Mit der erneuten Teilung des Hauses in mehrere Zweige im Laufe des 16., 17. und 18. Jahrhunderts geht auch das Sammeln von Büchern in die Breite. Man wird annehmen dürfen - und Eintragungen in den erhaltenen Beständen, auch in einigen Handschriften, bestätigen diese Vermutung -, daß auf den Schlössern der einzelnen Linien kleinere Büchersammlungen bestanden, die später wenigstens teilweise in das große Sammelbecken der Donaueschinger Hofbibliothek eingeflossen sind.

Von ungleich größerer Bedeutung für das Profil der Bibliothek und besonders des Handschriftenbestands sind jedoch zwei Überlieferungsstränge, die ihre Wurzeln zunächst außerhalb des Hauses Fürstenberg haben, nämlich die Sammlungen der gräflichen Geschlechter Zimmern und Helfenstein. Über die Bibliothek der Grafen von Zimmern und ihre Bedeutung ist schon öfter geschrieben worden.7 Ihre Anfänge sind nicht exakt zu fassen, doch läßt sich spätestens seit dem 15. Jahrhundert eine systematische Vermehrung der Bestände feststellen, vor allem unter Johann Werner dem Älteren (um 1444 bis 1496) in Meßkirch.8 Kontakte mit dem literarisch interessierten Kreis um die Pfalzgräfin Mechthild in Rottenburg spiegeln sich in auffallend zahlreichen Handschriften mit Texten frühhumanistischer Autoren, die der von Johann Werner hinterlassenen Bibliothek besondere Akzente verleihen. Ausdruck seiner Büchersorge ist auch die Beschäftigung von Lohnschreibern, unter denen Gabriel Lindenast alias Sattler aus Pfullendorf der bekannteste ist.9 Johann Werners Nachkommen pflegten und vermehrten ihrerseits die später auf Schloß Herrenzimmern untergebrachte Bibliothek. Besonders gilt dies für seinen Sohn, den in dieser Ausstellung so breit vertretenen Juristen, Sammler und Historiker Wilhelm Werner (s. Kat.-Nr. 43-48), und dessen Neffen Froben Christoph, den Autor der Zimmernschen Chronik, die als eines der Glanzstücke der Sammlung diese Ausstellung beschließt (Kat.-Nr. 49).

Waren Johann Werners Interessen vor allem literarischer Art gewesen, so verschob sich der Schwerpunkt unter den beiden "Comites antiquarii" - so bezeichnete der Basler Theologe und Historiker Johannes Basilius Herold die beiden Sammler und Chronisten bei seinem Besuch 1563 auf Hohenzimmern treffend10 - entsprechend ihren Neigungen und Interessen auf das Historiographische, und die Bücherschätze auf Wilhelm Werners Schloß genossen unter den zeitgenössischen Kennern in dieser Hinsicht geradezu sagenhaften Ruhm. So preist etwa Herold nicht nur die über Erwarten große Fülle der Schätze in der Bibliothek des alten Grafen, sondern besonders auch die raren und gesuchten historischen Quellen, die dort zu finden seien11, und Jakob von Ramingen spricht in der Vorrede seines Katalogs von 1576 (s. u.) gar von einem Schatz, dem weder in Deutschland noch sonstwo Gleichwertiges zur Seite gestellt werden könne. 12 Das ist gewiß übertrieben und dürfte gerade im Falle von Ramingen als taktisch bedingte Anpreisung zu lesen sein - immerhin belegen die erhaltenen Bestände, daß hinter diesen fast panegyrischen Äußerungen doch sehr viel Wahres steckt. Auch Wilhelm Werner selbst scheint seine Sammlung sehr hoch eingeschätzt zu haben, verfügte er doch, die liberey sei geschlossen zu erhalten.13 Sein Großneffe Wilhelm Werner der Jüngere (1524 bis 1594) setzte sich allerdings schon ein Jahr nach dem Tod des Erblassers über dessen Anordnung hinweg und verschenkte - wohl in der Hoffnung auf persönliche Vorteile - einen bedeutenden Teil der Bücherbestände samt den Raritäten der Wunderkammer an seinen Gönner Erzherzog Ferdinand von Tirol, in dessen Diensten er seit 1568 stand. 14 So gelangten nebst 293 Drucken fast 70 Handschriften im Jahr 1576 nach Schloß Ambras und später in die Wiener Hofbibliothek. 15 Der noch erhaltene Katalog des Registrators Jakob von Ramingen erlaubt eine genaue Rekonstruktion des Bestands, und seit den Forschungen Moderns (s. Anm. 7) sind die Handschriften der Wissenschaft, insbesondere der Germanistik, bekannt. Meist noch in ihren Originaleinbänden erhalten und oft illuminiert, bieten diese 1965 in der Wiener Ausstellung (s. Anm. 15) komplett präsentierten Codices, unter denen Texte der älteren deutschen Literatur dominieren, ein Ensemble von eindrucksvoller Qualität, und man stellt nicht ohne Bedauern fest, welche Bereicherung diese Handschriften für die fürstenbergische Sammlung, in die sie ohne den "Seitensprung" von 1576 eigentlich eingegangen wären, hätten bedeuten können. Doch auch das zunächst auf Hohenzimmern verbliebene Material ist hochinteressant und weist in sich ebenfalls eine gewisse Geschlossenheit auf, den Wilhelm Werner der Jüngere hat offenbar darauf geachtet, die von seinen Vorfahren selber verfaßten Werke vor Ort zu belassen. Die Abteilung VI dieser Ausstellung mit einer ganzen Gruppe autographer Codices Wilhelm Werner des Älteren und der Zimmernschen Chronik Froben Christophs zeigt dies eindrucksvoll.

Der Weg dieser Restbestände in fürstenbergischen Besitz verlief allerdings nicht direkt. Als Wilhelm Werner der Jüngere 1594 starb, erlosch mit ihm das Geschlecht der Zimmern im Mannesstamm. Während Schloß Herrenzimmern in der Folge an die Reichsstadt Rottweil verkauft wurde, ging die Herrschaft Meßkirch um 400 000 Gulden an Georg und Froben Christoph von Helfenstein, die Söhne Georgs II. von Helfenstein, die so zu Begründern der Linie Helfenstein-Meßkirch wurden. 16 Gleichzeitig erwarben die beiden Helfensteiner, deren Mutter Apollonia eine Tochter Froben Christophs von Zimmern war, auch die Reste der zimmernschen Büchersammlung, wobei anzumerken ist, daß das Verhältnis der Bibliotheken in Hohenzimmern und Meßkirch bzw. Wildenstein im einzelnen schwer zu präzisieren ist. Schon 1576 bei der Schenkung an Ferdinand scheinen Bestände aus beiden Sammlungen entnommen worden zu sein, und es ist sogar denkbar, daß in den letzten Jahrzehnten vor dem Aussterben des Geschlechts eine Zusammenlegung der Bestände stattgefunden hat. 17 Das weitere Schicksal der nicht nach Ambras gelangten Handschriften dürfte jedenfalls vorerst mit Meßkirch verknüpft gewesen sein. Ob die Helfensteiner, die ihrerseits eine bedeutende Bibliothek in Wiesensteig besaßen, diese ebenfalls nach Meßkirch verbrachten, ist im einzelnen nicht genau zu klären. Besitzvermerke von 1626 in einigen der erhaltenen Handschriften - Ms. 79 (hier Kat.-Nr. 21), Ms. 187, Ms. 355 (Kat.-Nr. 35) - scheinen eher darauf hinzudeuten, daß die Wiesensteiger Bücher zumindest noch für einige Jahrzehnte an ihrem angestammten Ort verblieben.

Wesentlicher als diese Frage ist indessen, daß die Helfensteiner ebenfalls eine ausgeprägte Tradition im Bereich der Buchkultur aufzuweisen hatten, so daß das verbliebene Handschriftenerbe der Zimmern auf wohlbereiteten Grund fiel. 18 Die Geschichte der Grafen von Helfenstein weist in der Tat gewisse Ähnlichkeiten mit der ihrer Vorgänger in Meßkirch auf: Auch hier gibt es humanistische Interessen und literarische Tätigkeit, etwa bei dem schon genannten Grafen Georg II. (1518 bis 1573) - Ms. 41 von 1533 enthält lateinische Gedichte aus seiner Feder19 - oder bei Schweikhard, seinem Sohn aus erster Ehe20, dem eine deutsche Übersetzung des Legendenromans Barlaam und Josaphat zu verdanken ist und aus dessen Vorbesitz im ehemals Donaueschinger Bestand ebenfalls eine Handschrift nachgewiesen werden kann (Ms. 150: Historie des Königs Apollonius und Griseldis-Novelle).21 Rudolf IV. von Helfenstein (1560 bis 1601) läßt vom württembergischen Leibarzt und Historiographen Oswald Gabelkover die Geschichte der Familie aufzeichnen; die Reinschrift des Werks mit eigenhändigen Autorenkorrekturen ist als Ms. 591 der ehemals Donaueschinger Sammlung noch erhalten.22 Das älteste greifbare Zeugnis für die bibliophilen Neigungen der Familie ist die 1464 im Auftrag der Gräfin Agnes von Helfenstein von einem Wiesensteiger Kleriker geschriebene Nider-Handschrift Ms. 24323, die mit einem prächtigen, ebenfalls für Agnes gefertigten Richenbach-Einband versehen ist.24 Auch die schon erwähnte Weltchronik-Handschrift (Ms. 79; Kat.-Nr. 21) scheint noch vor Ende des 15. Jahrhunderts in Helfensteinischen Besitz gelangt zu sein, und gleiches gilt für eine weitere germanistische Zimelie, den Rappoltsteiner Parsifal (Ms. 97; Kat.-Nr. 20) - allerdings wohl erst für die Zeit um 1550.
Als schon bald nach den Grafen von Zimmern auch die Helfensteiner im Mannesstamm aussterben, erwirbt Graf Wratislaus II. von Fürstenberg (1600 bis 1642), seit 1622 mit der Erbin von Meßkirch und seit 1636 in zweiter Ehe mit einer weiteren Helfensteinerin verheiratet, die Besitztümer - und somit auch die Bibliothek - des erloschenen Grafenhauses. Damit fallen sowohl die Helfensteiner Handschriften als auch die wenige Jahrzehnte davor von den Helfensteiner ererbten Reste der zimmernschen Büchersammlung an die Meßkircher Linie des Hauses Fürstenberg, und man darf wohl sagen, daß dieser gewissermaßen als Doppelerwerbung zu bezeichnende Zugang das Gesicht der Sammlung ganz entscheidend geprägt hat. Gerade im Bereich der mittelalterlichen Handschriften bilden die beiden Provenienzen Zimmern und Helfenstein einen dominierenden Schwerpunkt, dem erst durch die Erwerbung der Laßberg-Sammlung (dazu später) ein wirkliches Gegengewicht und dann sogar Übergewicht erwachsen sollte.
Durch dieses Doppelerbe entsteht in Meßkirch unter Wratislaus in Verbindung mit dem auf fürstenbergischer Seite schon Vorhandenen ein Bücherkomplex von einiger Bedeutung, den man als eine Art "Zentralbibliothek des Hauses"25 ansprechen könnte. In diesem Zusammenhang ist auch noch einmal die Frage nach dem Zeitpunkt der Überführung der Wiesensteiger Bestände nach Meßkirch zu stellen. Daß zumindest Teile davon im 17. Jahrhundert zunächst in Wiesensteig verblieben waren, wurde schon angedeutet. Johne nimmt an, daß die Wiesensteiger Bibliothek beim Verkauf dieser Herrschaft an Bayern im Jahr 1752 direkt nach Donaueschingen verbracht worden sei, da in einem heute noch vorhandenen, um 1730 bis 1740 angelegten handschriftlichen Katalog der Meßkircher Bibliothek von den Wiesensteiger Handschriften nur gerade die Weltchronik Ms. 79 verzeichnet sei.26 Bei genauerem Zusehen zeigt sich allerdings, daß weitere Stücke dieser Provenienz in Abschnitt N (Manuscripta) des Verzeichnisses identifiziert werden können, nämlich Ms. 187 als Nr. 5 und Ms. 506 als Nr. 38 der Liste. Zumindest einzelne Teile der Wiesensteiger Bibliothek sind also doch auf dem Umweg über Meßkirch nach Donaueschingen gelangt. Das in der Ausstellung als Nr. 35 gezeigte Gebetbuch des Kurfürsten Johann von Sachsen (Ms. 355) mit Wiesensteiger Besitzvermerk von 1626 muß hingegen aus Stühlingen nach Donaueschingen gekommen sein, denn es ist auf p. 21 des Catalogus Librorum in Bibliotheca Stüelingana contentorum27 verzeichnet. Andererseits finden sich auf p. 109 und p. 126 desselben Katalogs zwei Handschriften aus zimmernschem Vorbesitz, nämlich Ms. 574 und Ms. 575 (ein Band der berühmten Bistumschronik, hier Kat.-Nr. 46) - Stücke also, die man eigentlich in Meßkirch erwarten würde. Solche Beobachtungen sprechen für eine gewisse Durchlässigkeit unter den verschiedenen Teilbibliotheken vor der Gründung der neuen Hofbibliothek in Donaueschingen.

Die Durchsicht des Stühlinger Katalogs, in der die Handschriften - an die 70 Nummern - leider unter die einzelne Fachgruppen verstreut sind, zeigt im übrigen, daß hier in der Tat "der Hauptteil der altfürstenbergischen Bestände"28 aufbewahrt wurde - so beispielsweise die eingangs erwähnten Handschriften mit den Besitzvermerken Wolfgangs von Fürstenberg.29 Dabei ist allerdings auch festzustellen, daß die Bedeutung dieser Sammlung im Vergleich zu den ehemals Wiesensteiger und Meßkircher Beständen für die mittelalterlichen Handschriften insgesamt doch wesentlich geringer einzuschätzen ist. Nebst den eben noch einmal genannten Stücken aus dem Besitz des Grafen Wolfgang ist im Grunde - allerdings als sehr gewichtiger Einzelakzent - nur noch die 1982 leider veräußerte Orosius-Handschrift aus Corbie (8. Jh.) zu nennen.30
Mit dem Stühlinger Katalog, der im Hinblick auf die Zusammenführung der Teilbibliotheken in Donaueschingen angefertigt worden sein dürfte31, sind wir an den Ausgangspunkt dieser Darstellung zurückgekehrt. Daß die Vereinigung der einzelnen Bestände in der neuen Residenz nur schrittweise vor sich ging, wurde bereits gesagt. Seinen Abschluß erreichte dieser Prozeß 1768 mit der endgültigen Überführung der Meßkircher Bibliothek. Dabei wurden nicht nur die Bücher nach Donaueschingen transportiert, sondern auch die Regale, Türen und Türfassungen der Meßkircher Bibliothek. Ergänzt durch weitere Gestelle, die aus Platzgründen zusätzlich angefertigt werden mußten, wurden diese Möbel im zweiten Stock des neu errichteten Archivgebäudes eingebaut. 32 Dieser neue Bibliotheksraum, der später Max-Egon-Saal genannt wurde (s. Abb. 2), diente auch nach der 1822 erfolgten Verlagerung der Bücher in das benachbarte Regierungsgebäude weiterhin als Schausaal, nicht zuletzt für den Handschriftenbestand. Mit der Einrichtung dieses Saals und der Aufstellung der Bestände war "die vereinigte, jetzt erst als Donaueschinger Hofbibliothek zu bezeichnende Bücherei"33 endgültig konstituiert. Nebst mehreren Tausend Druckwerken umfaßte sie 1768 einen Bestand von 169 Handschriften.34

Bedeutete die Verlegung nach Donaueschingen eine entscheidende Wende für die Entwicklung der fürstenbergischen Bibliothek insgesamt - vor allem hinsichtlich eines gezielten und kontinuierlichen Bestandsausbaus -, so gilt dies für die Handschriften zunächst nur in sehr eingeschränktem Maß. Von einer systematischen Erwerbungspolitik konnte in diesem Bereich naturgemäß nicht die Rede sein. Die Vermehrung beschränkte sich hier auf vereinzelte Stücke, wobei dieser Vorgang, abgesehen von wenigen Ausnahmen35, heute kaum mehr zu rekonstruieren ist. Etwas nennenswerteren Zuwachs lieferte erst die Säkularisation der fürstenbergischen Klöster zu Beginn des 19. Jahrhunderts - allerdings, wie Karl August Barack im Vorwort seines Katalogs einschränkt, "weit weniger als man vermuthen sollte".36 In der Tat stammen die interessantesten Stücke, die mit der Säkularisation zusammenhängen, meist aus Klöstern, die nicht an Fürstenberg filen, sondern anderen Häusern zugeschlagen wurden. Diese Handschriften sind also erst auf Umwegen nach Donaueschingen gelangt. Dies gilt beispielsweise für die Bücher aus dem Chorfrauenkloster Inzigkofen, das an Hohenzollern-Sigmaringen gegangen war37, aber auch für die acht Handschriften aus der an den badischen Großherzog gefallenen Abtei St. Peter im Schwarzwald38, unter denen besonders der prächtige, 1982 veräußerte und 1983 vom Land Baden-Württemberg zurückgekaufte Scherenberg-Psalter (ehemals Ms. 185 in Donaueschingen, jetzt St. Peter perg. 139 der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe)39 und das in der Ausstellung gezeigte Kartäuser-Missale Ms. 197 (Kat.-Nr. 28) besonders hervorgehoben seien. Klaus Niebler hat gezeigt, daß diese Codices zunächst in das Kloster Rheinau geflüchtet wurden und nach dessen Aufhebung 1862 nach Donaueschingen gelangten - vermutlich dank der persönlichen, "freilich recht ambivalenten" Verbindung des Fürsten Karl Egon III. mit Rheinau.40 Sozusagen als josephinische Vorläufer dieser Erwerbungen sind schließlich auch die Handschriften zu erwähnen, die 1794 bei der Versteigerung des 1782 aufgehobenen Franziskanerklosters Villingen erworben worden sein dürften. Sie sind in der Ausstellung ebenfalls vertreten (s. Kat.-Nr. 31 und 34).

Eine Bestandsvermehrung großen Stils, die zugleich einen erheblichen Qualitätssprung mit sich brachte, erfolgte erst 1853 bzw. 1855 mit dem Ankauf der Laßberg-Handschriften. Wie bereichernd sich dieser Zugang für die Donaueschinger Sammlung ausgewirkt hat, zeigt auch diese Ausstellung, stammen doch nicht weniger als 21 der 49 Exponate aus Laßbergs Vorbesitz, wie die Signaturenübersicht (S. 160) belegt. Die Kaufverhandlungen mit Laßberg wurden 1853, noch unter dem Fürsten Karl Egon II., abgeschlossen. Die Übergabe der Bücher erfolgte dann 1855 unter dem in Zusammenhang mit St. Peter und Rheinau schon genannten Fürsten Karl Egon III., der 1854 seinem Vater in der Regierung nachgefolgt war. Für eine ausführliche Würdigung Laßbergs und seiner Handschriften darf auf den Beitrag von Volker Schupp (S. 14-33) verwiesen werden.

Der Laßberg-Kauf ist der Auftakt einer ganzen Reihe wichtiger Ereignisse und Maßnahmen für die Geschicke der Bibliothek und nicht zuletzt der Handschriftensammlung unter Karl Egon III. 1857 beruft der kulturell hochinteressierte Fürst den Dichter Joseph Viktor Scheffel aus Karlsruhe als neuen Bibliothekar nach Donaueschingen.41 Schon zwei Jahre später legt Scheffel einen ersten gedruckten Handschriftenkatalog vor, der zwar nicht den Gesamtbestand erfaßt, aber doch einen wichtigen Teilbereich, nämlich die germanistischen Codices, erstmals erschließt. 42 1860 wird als Scheffels Amtsnachfolger Karl August Barack bestellt. Diese Wahl sollte sich als eigentlicher Glücksfall erweisen. Die elfjährige Tätigkeit Baracks, der 1871 als Direktor an die neugegründete Universitätsbibliothek Straßburg berufen wurde, ist in ihrer Bedeutung für die wissenschaftliche Erschließung der Handschriften gar nicht hoch genug einzuschätzen.43 Sein 1865 erschienener Katalog der kompletten Handschriftensammlung (im ganzen 925 Nummern) stellt eine imponierende Leistung dar und ist bis heute unverzichtbare Grundlage der Beschäftigung mit diesem Bestand. Das Verzeichnis machte die Handschriften erstmals in ihrer ganzen Breite bekannt und löste rasch eine intensive wissenschaftliche Nutzung der Sammlung aus. Auch Barack selbst beteiligt sich aktiv an der Erforschung und Veröffentlichung der ihm anvertrauten Schätze und legt eine Reihe von Texteditionen vor, darunter die Ausgabe der Zimmernschen Chronik (s. Kat.-Nr. 49). Unter Barack konnten aber auch - dank der großzügigen Förderung seitens des Fürsten - zahlreiche Neuerwerbungen getätigt werden. Barack betont im Vorwort seines Katalogs, die Bibliothek habe in den ersten fünf Jahren seiner Amtszeit "gegen 60 Handschriften ..., darunter allein 15 aus dem 11.-13. Jahrhundert angehörende, ... dem fortdauernden Wohlwollen ihres hohen Gönners zu verdanken".44 Vermutlich gehören dazu auch die erwähnten Handschriften aus St. Peter und ebenso die in der Ausstellung gezeigten Stundenbücher (Kat.-Nr. 12-15).

Die Zeit nach Baracks Weggang bringt für die Geschichte der Handschriften-Sammlung zunächst wenig Neues. Nennenswerter Zuwachs bleibt aus, sieht man einmal ab vom antiquarischen Kauf eiines so bemerkenswerten Stücks wie der Originalhandschrift des sog. Zimmernschen Totentanzes (Kat.-Nr. 47) im Jahr 1930. Daneben sind einzelne Abwanderungsbewegungen festzustellen: so die Stiftung der beiden Schiller-Autographen Ms. 154 und Ms. 155 (Vorarbeiten zum "Malteser"-Fragment und zu "Wilhelm Tell") an den eben gegründeten Schwäbischen Schillerverein im Januar 189645 und die Schenkung der Glarean-Handschrift Ms. 849 an die Universitätsbibliothek Freiburg im Breisgau zu deren fünfhundertjährigem Bestehen im Jahr 1957.46 In die frühen dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts fallen die Verkäufe der schönen "Voeux du Paon"-Handschrift Ms. 168, die über die Glazier-Sammlung in die Pierpont Morgan Library (New York) gelangte47, und des Portulan-Atlas Ms. 479, über dessen Verbleib nichts bekannt ist. Die Sammelhandschrift des Zürcher Ratsherrn Gerold Edlibach (Ms. 98) befindet sich seit 1932 im Staatsarchiv Zürich48. Erst in jüngster Zeit sind einige weitere bedeutende Stücke abgewandert, so der Wigalois aus dem Atelier Diebold Laubers (Ms. 71), das deutsche Kalendarium Ms. 494 (vermutlich aus Helfensteiner Provenienz) und die Bellifortis-Handschrift Ms. 860. Über den heutigen Aufbewahrungsort dieser Codices ist leider nichts auszumachen.

Der einschneidenste Vorgang vor dem Verkauf der gesamten Sammlung an das Land Baden-Württemberg war aber sicherlich die Sotheby-Auktion vom 21. Juni 1982, auf der 20 ausgesuchte Handschriften versteigert wurden. Damit wurde dem Bestand mit einem Schlag ein gewisser Glanz genommen und besonders in kunsthistorischer Hinsicht spürbaren Schaden zugefügt. Lediglich die hochbedeutende Psalterhandschrift Ms. 185 konnte damals im Lande gehalten und dem in Karlsruhe aufbewahrten Fonds St. Peter, dem sie ursprünglich angehörte, eingegliedert werden (s. o. S. 11 mit Anm. 39).

Der Ankauf von 1992/93 durch das Land Baden-Württemberg, der zu dieser Ausstellung Anlaß gibt, wird von Hans-Peter Geh (S. 1-4) mit seiner Vorgeschichte und seinen Hintergründen eigehend dargestellt, so daß an dieser Stelle nicht näher darauf einzugehen ist.

Eine abschließende Zusammenfassung dieses geschichtlichen Überblicks hat zunächst festzuhalten, daß der ehemals Donaueschinger Handschriftenbestand sich als über fünf Jahrhunderte gewachsene Sammlung darstellt - ein Traditionszusammenhang, den wohl nur ganz wenige Bibliotheken für sich in Anspruch nehmen können. So spiegelt sich in diesem Ensemble zum einen die eindrucksvolle Kontinuität bibliophilen Interesses und kulturellen Engagements eines Fürstenhauses in seinen verschiedenen Linien und zum andern der historische Raum, in dem sich die Geschichte dieser Sammlung vollzogen hat. Die landesgeschichtliche Relevanz des Bestands, die im Rahmen der Kaufverhandlungen von 1992 und 1993 immer wieder hervorgehoben worden ist, steht damit in direktem Zusammenhang. An nicht wenigen Handschriften läßt sich die Verflechtung der Fürstenberger mit bedeutenden schwäbisch-alemannischen Adelsgeschlechtern ablesen. In der Tat erscheint der ganze Komplex aus dieser Perspektive geradezu wie ein Sammelbecken für zahlreiche kleinere und größere Buchbestände anderer Häuser, deren Besitz - meist durch Heirat - direkt oder indirekt an die Fürstenberger fiel. Am nachhaltigsten und fruchtbarsten hat sich dieser Sachverhalt im Zusammenhang mit den Grafen von Zimmern und Helfenstein ausgewirkt.49 Ein für die südwestdeutsche Bibliothekslandschaft epochales Ereignis, die Säkularisation nach dem Reichsdeputationshauptschluß von 1803, hat ebenfalls seine Spuren hinterlassen. Erheblich folgenreicher war allerdings die Erwerbung der Laßberg-Handschriften 50 Jahre danach.

Aus diesen vielfältigen und verschiedenartigen Wurzeln ist im Lauf der Jahrhunderte ein Bestand erwachsen, dessen Bedeutung weit über die Funktion einer privaten Adelsbibliothek hinausreicht und der von der Forschung seit dem 19. Jahrhundert auf den verschiedensten Gebieten - am meisten wohl im Bereich der Germanistik (dazu in diesem Band Volker Mertens, S. 34-39) und, wie eben schon angedeutet, der Landesgeschichte - intensiv ausgewertet und genutzt wird. Beides, die historischen Wurzeln der Sammlung und ihre wissenschaftliche Relevanz, versucht die Ausstellung mit ihren sechs Teilbereichen angemessen zu repräsentieren.

Felix Heinzer

(Publiziert in: Unberechenbare Zinsen: bewahrtes Kulturerbe, Katalog zur Ausstellung der vom Land Baden-Württemberg erworbenen Handschriften der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek, hg. von Felix Heinzer, Stuttgart 1993, S. 5–13)


1. Eine grundlegende Darstellung, auf die sich die vorliegende Skizze in manchem stützt, gibt Johne (s. Verzeichnis der abgekürzt zitierten Literatur). Vgl. auch Johne, Eduard: Die alten Kataloge der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek in Donaueschingen, in: Zeitschrift des Deutschen Vereins für Buchwesen und Schrifttum 4 (1921) S. 58-78, sowie Langner-Drescher, Susanne: Die Fürstlich Fürstenbergische Hofbibliothek (von 1465 bis 1871). Magisterarbeit masch. Erlangen 1990.

2. Einzelne Teile schon 1748, 1754 und 1762. Vgl. Langner-Drescher (wie Anm. 1), S. 27. Der ganze Vorgang war stark von Raumproblemen bedingt.

3. Barack, S. 53f. und S. 539. Bei der hier abgebildeten Handschrift 785 handelt es sich um einen Codex aus der Mitte des 14. Jahrhunderts mit dem Text des sog. deutschen salernitanischen Arzneibuchs. Vgl. VL2 2 (1980) Sp. 69-71 (diese Hs. Sp. 70 erwähnt).

4. Vgl. ADB 8 (1878) S. 223-226

5. Johne, S. 58.

6. Johne, ebd.

7. Noch immer grundlegend ist Modern, Heinrich: Die Zimmernschen Handschriften der k. k. Hofbibliothek, in: Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des allerhöchsten Kaiserhauses 20 (1899) S. 113-180. Eine neue Untersuchung ist demnächst zu erwarten von Dr. Wolfgang Achnitz (Münster i. W.). Ich habe Herrn Achnitz sehr zu danken für seine Bereitschaft, mir ein Exposé seiner Arbeit zugänglich zu machen.

8. VL2 4 (1983) Sp. 813-816 (F. Schanze). Johann Werner scheint in seinen bibliophilen Neigungen stark von seinem Vater Werner (1423-1483) geprägt gewesen zu sein. Eine Abgrenzung der Anteile der beiden Sammler ist innerhalb der erhaltenen Handschriften oft nicht mit Sicherheit vorzunehmen.

9.Vgl. Asher, John A.: Der übele Gerhard. Einige Bemerkungen zu den von Gabriel Sattler geschriebenen Handschriften. In: Festschrift für Hans Eggers zum 65. Geburtstag. Hrsg. von Herbert Backes. Tübingen 1927. (PBB 94. Sonderheft), S. 416-427.

10. Brief an Basilius Amerbach (heute Basel, Univ.-Bibl., Hs. G II 29); vgl. Jenny, S. 49 und besonders Burckhardt, Andreas: Johannes Basilius Herold. Kaiser und Reich im protestantischen Schrifttum des Basler Buchdrucks um die Mitte des 16. Jahrhunderts. Basel und Stuttgart 1967. (Basler Beiträge zur Geschichtswissenschaft. 104), S. 248-250.

11. Non solum praeter spem multa apud comites, sed certe reconditos historiae thesauros inveni amplissimos, qui et famam et expectationem omnem superant. Brief an Basilius Amerbach (wie Anm. 10), zit. von Burckhardt (wie Anm. 10), S. 250 Anm. 6.

12. Modern (wie Anm. 7). S. 116. - Jenny, S. 49.

13. Modern (wie Anm. 7), S. 119.

14. Jenny, S. 63. - Den Beziehungen Wilhelm Werners d. J. zu Ferdinand verdanken wir auf der anderen Seite wohl das Gebetbuch des Erzherzogs mit eigenhändigen familiengeschichtlichen Eintragungen (Ms. 345; Barack, S. 260). Vgl. Johne, S. 60.

15. Vgl. Ambraser Kunst- und Wunderkammer. Die Bibliothek. Katalog der Ausstellung im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek vom 28. Mai bis 30. September 1965. Wien 1965, S. 9 und S. 57f. sowie Nr. 133-199.

16. Kerler, Heinrich Friedrich: Geschichte der Grafen von Helfenstein. Ulm 1840, S. 139.

17. Vgl. dazu und zum folgenden Johne, S. 60f.

18. Vgl. Johne, S. 61.

19. Barack, S. 26f.

20. Burkhardt, Georg: Graf Schweikhart von Helfenstein-Gundelfingen, in: Geschichtliche Mitteilungen von Geislingen und Umgebung 12 (1949) S. 143-153.

21. Barack, S. 151-153.

22. Kerler (wie Anm. 16), S. VIII. - S. auch Klein, Michael: Die Handschriften der Sammlung J 1 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Wiesbaden 1980. (Die Handschriften der Staatsarchive in Baden-Württemberg. 1), S. 120.

23. Barack, S. 209f.

24. Der von Kyriß, Textband, S. 50 erwähnte Einband trägt folgende Umschrift: Das ist alain der hochbornen greffin zu helfenstain. Hat gemacht ze gislingen richenbach. Da man zalt fir war 1470 iar. Zu Leben und Werk des Geislinger Kaplans Johannes Richenbach, dessen Einbände in mehrerer Hinsicht zu den interessantesten Erzeugnissen ihrer Zeit gehören, vgl. auch Kyriß, Ernst: Zwei Geislinger Buchbinder des 15. Jahrhunderts, in: Zeitschrift für württembergissche Landesgeschichte 8 (1944-1948) S. 272-279 (diese Hs. erwähnt S. 275 und 278).

25. Johne, S. 62.

26. Johne, Eduard: Die alten Kataloge (wie Anm. 1), S. 63. Eine Einsichtnahme in diesen Katalog und in das gleich zu besprechende Stühlinger Verzeichnis ermöglichsten freundlicherweise Herr Archivar Georg Görlipp und Frau Dipl.-Bibl. Gisela Holzhüter in Donaueschingen. Ms. 79 ist in Abschnitt N des Meßkircher Katalogs als Nr. 1 aufgeführt.

27. Vgl. Johne, Die alten Kataloge (wie Anm. 1), S. 65. - Laut Bleistiftnotiz auf dem Titelschildchen stammt der Katalog de anno circiter 1719. Einen Terminus ante liefert der folgende Nachtrag am Ende der Liste der Libri Principis (p. 13): Dise obigen büecher seynd bey anwesenheit seiner Hochfürstlichen Durchlaucht d. 25. January 1724 nacher Donaueschingen geführt worden sambt noch etwelchen wenig andern aus alhiesiger Stühlingischen Bibliothec. Zu dieser Überfürhung der fürstlichen Privatbibliothek s. a. S. 5.

28. Johne, S. 63.

29. S. o. S. 5 und Abb. 1. Die Katalogeinträge im Wortlaut: p. 17 Ein gereimbte Bibel so ein Manuscript (wohl Ms. 78 [hier Kat.-Nr. 22], wie auch eine Bleistiftnotiz des 19. Jahrhunderts vermutet); p. 97 Allerhand medicinalische Secreta manuscripta (wohl Ms. 787); p. 98 Ein alt auff Pergament geschribenes Arzneybuch (Ms. 785).

30. Auf p. 112 des Katalogs verzeichnet. - Sotheby's Donaueschingen, Nr. 3. - Über die Vorgeschichte der Handschrift ist wenig bekannt. Der Einband, der aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt, scheint süddeutsch-schweizerischen Ursprungs zu sein, was die Möglichkeit fürstenbergischen Besitzes seit dieser Zeit zumindest nicht ausschließt.

31. So die Vermutung bei Johne: Die alten Kataloge (wie Anm. 1), S. 65.

32. Vgl. Johne, S. 65, und Langner-Drescher (wie Anm. 1), S. 28f.

33. Johne, S. 65.

34. So Johne, ebd.

35. Etwa die medizinischen Handschriften 795, 797 und 814, die der Bibliothek vom fürstlichen Leibarzt Bonifacius Brix von Wahlberg vermacht wurden (s. Barack, S. V, und Johne, S. 66).

36. Barack, S. V.

37. Dazu demnächst Vechter, Werner: Deutsche Handschriften des 15. und 16. Jahrhunderts aus dem Augustiner Chorfrauenkloster Inzigkofen. Sigmaringen 1993.

38. Die Handschriften von St. Peter im Schwarzwald. Erster Teil: Die Papierhandschriften. Beschr. von Klaus Niebler. Wiesbaden 1969. (Die Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe. 10,1), S. XIII mit Anm. 16.

39. Barack, S. 172f. - Sotheby's Donaueschingen, Lot 11. - Heinzer / Stamm, S. 231-234. - Andachtsbücher, Nr. 12.

40. Niebler (wie Anm. 38), S. XIII mit Anm. 16a.

41. Johne, S. 68-72. - Langner-Drescher (wie Anm. 1), S. 72-77.

42. Die 1859 in Stuttgart einer Auflage von nur 50 Exemplaren gedruckten "Altdeutschen Dichtungen" der Hofbibliothek (s. Verzeichnis der abgekürzt zitierten Literatur: Scheffel).

43. Johne, S. 72f. - Langner-Drescher (wie Anm. 1), S. 77-83.

44. Barack, S. V. - Vgl. auch Langner-Drescher (wie Anm. 1), S. 82f., wo Anm. 239 der Kauf von 17 Pergamenthandschriften im Jahr 1864 erwähnt wird.

45. Heute in der Handschriftenabteilung Deutsches Literaturarchiv / Schillermuseum Marbach (I 2261 und I 2262). Dem Leiter der Abteilung, Herrn Dr. Jochen Mayer, danke ich für seine freundlichen Auskünfte in dieser Sache (Brief vom 23. 8. 1993).

46. Jetzt Hs. 707 der Freiburger Universitätsbibliothek. Auch hier habe ich dem Leiter der Handschriftenabteilung, Herrn Dr. Winfried Hagenmaier, für kollegiale Auskunft zu danken.

47. Dort seit 1953 unter der Signatur G 244 aufbewahrt. - Vgl. Les Fastes du Gothique. Le siècle de Charles V. Paris 1981, Nr. 302.

48. VL2 (1980) Sp. 357.

49. Außerdem wären u.a. Handschriften aus dem Vorbesitz der Gundelfinger (über die Helfensteiner) oder auch der Grafen von Lupfen und der Erbmarschälle von Pappenheim (über Stühlingen) zu nennen (vgl. Johne, S. 61 und 63).


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