Bestände der Handschriftensammlung

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Öffentliche Bibliothek

Die Herzogliche Öffentliche Bibliothek ist die durch Herzog Carl Eugen 1765 gegründete Vorläufereinrichtung der WLB. Hier fanden sich Überreste der alten herzoglichen Sammlungen und Bestände kleinerer Stuttgarter Bibliotheken, die im 18. Jahrhundert übernommen worden waren. In diesem Kernbestand waren bereits viele Handschriften aus den im 16. Jahrhundert aufgehobenen altwürttembergischen Klöstern zu finden. Der bibliophile Gründer Herzog Carl Eugen spürte im In- und Ausland prachtvolle Handschriften auf, so dass die Sammlung bereits kurz nach der Gründung einen großen Umfang erreichen konnte.

Eine deutliche Veränderung erfuhr sie erst zehn Jahre nach dem Tod ihres Gründers. In Folge der Säkularisation kamen 1803 die Bestände der traditionsreichen kirchlichen Bibliotheken und klösterlichen Einrichtungen Neuwürttembergs wie Weingarten, Zwiefalten oder Ellwangen dazu. Die seit 1810 in Königliche Öffentliche Bibliothek umbenannte Einrichtung konnte somit in wenigen Jahren ihre handschriftlichen Bestände verdreifachen.

Die Signaturen der Bestände der ehemaligen Öffentlichen Bibliothek beginnen mit „Cod.“ für „Codex“. Laufende Erwerbungen werden in diesen Bestand integriert.

Die hierzu vorliegenden gedruckten Kataloge finden Sie hier

Hofbibliothek

Parallel zur Öffentlichen Bibliothek unterhielt Herzog Carl Eugen auch eine private Handbibliothek. Der Überfluss an bibliophilen Reichtümern im Zusammenhang mit der Säkularisation führte um 1810 zu einer Neugründung dieser Privatbibliothek durch König Friedrich I. von Württemberg: die Königliche Hofbibliothek.

Die Handschriften und Inkunabeln aus diesem Bestand gingen schon 1884 in die Obhut der Königlichen Öffentlichen Bibliothek und nach 1918 in Staatsbesitz über. Diese Sammlung ist abgeschlossen.

Die Bestände tragen die Signatur HB.

Die hierzu vorliegenden gedruckten Kataloge finden Sie hier

Donaueschinger Handschriften

Der dritte Bestand ist aufgrund des Ankaufs der privaten Sammlung der Fürsten von Fürstenberg aus Donaueschingen durch das Land Baden-Württemberg 1993 in die Württembergische Landesbibliothek gekommen. Die Donaueschinger Handschriften sind zwischen der Badischen und der Württembergischen Landesbibliothek nach einem sprachlichen Prinzip aufgeteilt. Die BLB bewahrt die deutschsprachigen Texte bis 1500 und ihre Abschriften auf, die WLB alle übrigen Handschriften.

Die Handschriften sind – wie alle anderen späteren Erwerbungen – in den Cod.-Bestand integriert und tragen die Signatur Cod. Don.

Die hierzu vorliegenden gedruckten Kataloge finden Sie hier

Die Signaturenliste mit aktuellen Aufbewahrungsorten und Literatur zum Bestand Cod. Don. finden Sie hier

Nachlässe und Autographen

Nachlässe und Autographen sind in den allgemeinen Handschriftenbestand integriert und bis Zugangsjahr 2021 nach dem fachlichen Bezug der Materialien hauptsächlich den Signaturgruppen Cod. hist. und Cod. poet. et phil. zugeordnet. Ab Zugangsjahr 2022 werden die Signaturengruppen NL hist. und NL mus. vergeben.

Die Sammlung umfasst primär die Nachlässe zahlreicher württembergischer Persönlichkeiten sowie auch bedeutende Handschriften schwäbischer Dichter (Hölderlin, Mörike, Schubart), denen sich die 1765 gegründete Bibliothek lange vor der Gründung des Deutschen Literaturarchivs Marbach verpflichtet fühlte.

Zur Übersicht über die vorhandenen Nachlässe, Teilnachlässe und Sammlungen

Musik- und Musikerhandschriften

Bestand der Öffentlichen Bibliothek: Codices musici I und II

Cod.mus. I

»Stuttgarter Chorbücher«: Sie bilden den Rest des Repertoires der ehemaligen Hofkapelle und sind im 16. Jahrhundert entstanden. Vergleichbare Bestände finden sich in Deutschland nur in der Bayerischen Staatsbibliothek und der Universitätsbibliothek Jena.

Liturgische Handschriften: Sie gelangten größtenteils 1803 mit der Überführung des Säkularisationsbestandes in staatlichen Besitz (ehemals Herzogliche Öffentliche Bibliothek). Zu den Provenienzen zählen z.B. das Benediktinerkloster Zwiefalten, die Benediktinerabtei Wiblingen und das Priorat Feldkirch/Vorarlberg, das zur Abtei Weingarten gehörte. Die ältesten Choralhandschriften dieser Gruppe stammen aus der Zisterzienserabtei Schöntal und wurden im späten 12. bis 14. Jahrhundert geschrieben.

Katalog Cod.mus.fol. I 1-71: Gottwald, Clytus: Die Handschriften der Württembergischen Landesbibliothek, I. Reihe, 1. Band. Codices musici I, Wiesbaden 1964.

Bestandsübersicht Cod. mus. I

Cod.mus. II

Die zweite Reihe der Codices musici beinhaltet vor allem musikalische Erwerbungen (Noten) der Württembergischen Landesbibliothek, außerdem Stiftungen und Nachlässe württembergischer Komponisten. Diese Reihe wird laufend fortgeführt. Durch Ankäufe können auch bereits vorhandene Bestände ausgebaut werden (z.B. von Niccolò Jommelli und Peter Joseph von Lindpaintner).

Bestandsübersicht Cod. mus. II

Bestand der Hofbibliothek (HB XVII)

Provenienz Theaterbibliothek

Partituren, Stimmen und Klavierauszüge von Opern und Schauspielmusiken, Textbücher und darüber hinaus Notenmaterial von Instrumentalwerken, die in den Abonnementskonzerten der Hofkapelle aufgeführt wurden.

Provenienz Königlicher Privatbesitz

vorwiegend Widmungsexemplare für das Württembergische Königshaus.

Provenienz Deutschordensbibliothek Altshausen

Partituren der Opern Jean-Baptiste Lullys; Tafel- und Tanzmusik bei Hofe (Instrumentalstimmen); Choralhandschriften (gelangten durch die Säkularisation nach Stuttgart).

Kataloge

HB XVII 1-28 Choralhandschriften der ehemaligen Hofbibliothek. Gottwald, Clytus: HB XVII 1-28. Die Handschriften der Württembergischen Landesbibliothek, II. Reihe, 6. Band, Teil 1. Die Handschriften der ehemaligen Königlichen Hofbibliothek. Codices musici, Wiesbaden 1965.

HB XVII 29-480 Gottwald, Clytus: HB XVII 29-480. Die Handschriften der Württembergischen Landesbibliothek, II. Reihe, 6. Band, Teil 2. Die Handschriften der ehemaligen Königlichen Hofbibliothek. Codices musici, Wiesbaden 2000.

HB XVII 481-946 Schauspiel- und Ballettmusiken, Widmungskompositionen der königlichen Privatbibliothek. Gottwald, Clytus: HB XVII 481-946. Die Handschriften der Württembergischen Landesbibliothek, II. Reihe, 6. Band, Teil 3. Die Handschriften der ehemaligen Königlichen Hofbibliothek. Codices musici, Wiesbaden 2004.

Cod. theatr. 1-2576 Theaterbücher aus dem Bestand des ehemaligen Württembergischen Hoftheaters. Krekler, Ingeborg: Katalog der handschriftlichen Theaterbücher des ehemaligen württembergischen Hoftheaters : (Codices theatrales), Wiesbaden 1979.

Bestandsübersichten

HB XVII 1-480

HB XVII 481-946

HB XVII 10001-10532

Cod. theatr.

Datenbank Musik- und Musikerhandschriften

Die Datenbank finden Sie hier


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