Lebensdokumentensammlung
Die Materialien aus der Sammlung können im Sonderlesesaal der Württembergischen Landesbibliothek eingesehen werden. Kontakt: zdw@wlb-stuttgart.de
Informationen

„Es gab kein nur annähernd einheitliches Kriegserlebnis. Vielmehr hatte, wie man unter Bezug auf Ernst Jünger gesagt hat, jeder-mann sein eigenes Kriegserlebnis.“ - Wolfgang J. Mommsen
Die Nachfrage nach den Lebensdokumenten der beiden Weltkriege ist groß. Vor allem für die Erforschung der Mentalitäts- und Alltagsgeschichte werden diese historischen Quellen herangezogen. Historiker, Soziologen, Kulturwissenschaftler, Pädagogen und Familienforscher, Ausstellungsmacher, Verleger und Mediengestalter interessieren sich zunehmend für das persönliche Kriegserlebnis und damit für die kollektive Erfahrung der Kriegsgenerationen. Für die Auseinandersetzung mit dem Kriegserlebnis des 20. Jahrhunderts sind besonders die Kriegsbriefe authentische und wertvolle Dokumente.
Die Sammlung Zeit der Weltkriege archiviert in ihrer Lebensdokumentensammlung Erinnerungen, private Tagebücher und Briefe von deutschsprachigen, zivilen und militärischen Kriegsteilnehmern des Ersten sowie des Zweiten Weltkriegs. Gegenwärtig umfasst die Sammlung über 170 000 Feldpostbriefe sowie Briefe von und an Kriegsgefangene. Davon stammen ca. 60 000 Briefe aus dem Ersten Weltkrieg und ca. 110 000 Briefe aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs sowie aus den unmittelbaren jeweiligen Nachkriegszeiten.

Den Grundstock dieser Sammlung bildet die 1990 erworbene, ca. 25 000 Briefe und Tagebücher umfassende Feldpostsammlung zum Zweiten Weltkrieg des Privatsammlers Reinhold Sterz. Die Briefe der Sammlung Sterz sind größtenteils formal und inhaltlich erschlossen. Weitere bedeutende Quellensammlungen zum Ersten und Zweiten Weltkrieg sind die hier ebenfalls verwahrten umfangreichen Sammlungen von Hermann Schüling und Peter Knoch.
In der Sammlung Zeit der Weltkriege finden sich Briefe fast aller sozialen Gruppen und Bildungsniveaus. Die geografische Herkunft der Verfasser erstreckt sich über ganz Deutschland, in einigen Fällen bis nach Österreich. Auch in ihrem Umfang sind die einzelnen Briefkonvolute sehr unterschiedlich. Manche enthalten nur wenige Briefe, andere mehrere hundert Briefe einer Korrespondenz.
Ausgewählte Tagebücher und Briefe aus der Zeit des Ersten Weltkrieges sind online im Themenportal Erster Weltkrieg zugänglich.
Die Sammlungen werden laufend durch Schenkungen und Erwerbungen ergänzt und erfreuen sich einer interessierten Benutzung. Weitere Zuwendungen sind willkommen. (Kontakt: zdw@wlb-stuttgart.de)