Karl Finke
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Karl Finke (1897-1966), Abiturient und Gefreiter in der Armee-Fernsprech-Abteilung 101.
Der Abiturient Karl Finke, Gefreiter in der Armee-Fernsprech-Abteilung 101, hält in diesem zwischen 1915 und 1918 geführten Tagebuch seine Eindrücke von den Kriegsschauplätzen in Serbien, Bulgarien, Rumänien, der Türkei, Italien und an der Westfront fest. Karl Finkes Fotoalbum befindet sich ebenfalls in der Sammlung Zeit der Weltkriege.
Die Originale der Tagebuchhefte befinden sich unter der Signatur N13.4 in der Lebensdokumentensammlung der Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek und können im Sonderlesesaal eingesehen werden. Kontakt: bfz@wlb-stuttgart.de
Einleitung
von Karl Konrad Finke, Leinfelden 2013

Beim Lesen der Tagebucheinträge, die mein Vater während dreijähriger Kriegsteilnahme von Herbst 1915 bis Herbst 1918 als 18- bis 21-Jähriger gemacht hat, beeindruckte mich die Vielzahl genauer Beobachtungen bei seinen Einsätzen auf dem Balkan, in Oberitalien und in Nordfrankreich. Leider habe ich meinen Vater nie über seine Kriegserlebnisse befragt. Ich nehme an, dass die dramatischen Eindrücke auf dem Schlachtfeld bei Bapaume in Nordfrankreich, wo er zwischen die britischen und deutschen Stellungen geriet, und die anschließenden Erfahrungen in Frankreich der Anlass waren, dass die Aufzeichnungen im März 1918 abbrechen.
Die Motive meines Vaters, sich zu einem zweieinhalbmonatigen Offizier-Kursus in Grodno (Weißrussland) ab 25. Mai 1918 zu melden, konnte ich nicht ermitteln. Er äußert sich allerdings im Tagebuch zuletzt sehr heftig über die „Kriegshetzer“; möglicherweise wollte er zunächst weg von der Westfront. Zudem erhielt er als am 7. Juni 1918 ernannter Unteroffizier und als am 7. September 1918 ernannter „Reserveoffizier-Aspirant“ größere Verantwortungsbereiche gegenüber seinem Status als Gefreiter.
Die Tagebuchaufzeichnungen enthalten nicht nur detaillierte Beschreibungen der Bautätigkeit bei Einsätzen des 3. Bauzugs der Armee-Fernsprech-Abteilung (Aferna) 101, sondern auch zum Teil ausführlichere Beschreibungen von größeren Städten bzw. Orten an denen er stationiert war oder mit dem Bauzug vorbeikam (mit Lageplanskizzen), aber auch sehr kritische zu Vorgesetzten und Kameraden. Somit handelt es sich hier um eine sehr informative historische Quelle zum Telegraphieeinsatz im Ersten Weltkrieg aus der Sicht eines erstmals ins Ausland gekommenen Soldaten. Die Übertragung der Kurrentschrift folgt dem Original, dabei wurden Interpunktions- und Schreibfehler ohne Kennzeichnung korrigiert. Einfügungen des Bearbeiters sind in eckige Klammern gesetzt. Hervorhebungen in Fettdruck, Unterstreichungen und kursive Zwischenüberschriften stammen vom Bearbeiter; sie sollen die Übersichtlichkeit des Textes erhöhen. Interpunktions- und Schreibfehler wurden ohne Kennzeichnung korrigiert. Die Ortsnamen wurden, soweit möglich, durch weitere Schreibweisen ergänzt.
Links
- Finke, Karl: Tagebücher (elektronische Reproduktion, Signatur des Originals: N13.4). Link: http://digital.wlb-stuttgart.de/purl/bsz424043076 (Stand: 14.03.2024).
- Finke, Karl: Tagebücher (Abschrift, PDF). Link: https://www.wlb-stuttgart.de/projekte/themenportal-erster-weltkrieg/tagebuch-finke/transkription (Stand: 14.03.2024).