Bestandssignatur: N: Dönitz. Die Benutzung des Bestands ist nach Rücksprach möglich. Kontakt: zdw@wlb-stuttgart.de
Informationen zur Person
Karl Dönitz (1891-1980) war Marineoffizier und Großadmiral sowie Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. Im Mai 1945 übernahm er das Amt des Staatsoberhaupts und stand der sogenannten Geschäftsführenden Reichsregierung (Regierung Dönitz) vor. Im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess wurde er als Angeklagter zu zehn Jahren Haft verurteilt, die er von 1946 bis 1956 im Kriegsverbrechergefängnis Berlin-Spandau verbüßte.
Militärische Biografie / Werdegang
Verhaftung von Karl Dönitz durch englische Soldaten am 23. Mai 1945 in Flensburg. Im Hintergrund Generaloberst Alfred Jodl und Albert Speer16.09.1891: Karl Dönitz wird in Grünau (bei Berlin) geboren
1910: Eintritt in die Kaiserliche Marine als Seekadett
1912: Fähnrich auf "S.M.S. Breslau"
1913: Leutnant
1916: Beförderung zum Oberleutnant und Kommandierung zur U-Boot-Flotte
1918-1919: Britische Kriegsgefangenschaft
1920: Kommando einer Torpedobooteinheit
1935: Beginn des Neuaufbaus der U-Boot-Waffe in der Kriegsmarine
Anfang 1936: "Führer der U-Boote (FdU)"
1939-1945: Zweiter Weltkrieg
1939: „Befehlshaber der U-Boote (BdU)“
1942: Beförderung zum Admiral
1943: Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und Großadmiral; Ablösung von Großadmiral Erich Raeder
01.05.1945: Von Hitler testamentarisch zum Reichspräsidenten ernannt
08.05.1945: Dönitz erklärt über den Rundfunk die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht.
23.05.1945: Verhaftung in Flensburg
10/ 1946: Im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess wird Dönitz zu zehn Jahren Haft verurteilt
1946-56: Inhaftierung im Kriegsverbrechergefängnis in Berlin-Spandau
1956-1980: Verschiedene Publikationen zu seinem Leben
24.12.1980: Karl Dönitz stirbt in Aumühle (Schleswig-Holstein).
Der Bestand umfasst zahlreiche Korrespondenzordner aus der Zeit von Karl Dönitz’ Haftentlassung bis zu seinem Tod. Die Korrespondenz betrifft unter anderem seine Buchveröffentlichungen, darunter Zehn Jahre und zwanzig Tage und Mein wechselvolles Leben, sowie den Austausch mit Verlagen, Autoren, Weggefährten und Bewunderern. Die Korrespondenzordner sind alphabetisch nach Korrespondenzpartnern geordnet und enthalten teilweise Durchschläge der Antwortschreiben von Dönitz. Ergänzt wird die Überlieferung durch zahlreiche Notizbücher und Kalender.
Der Bestand wurde von Dieter Hartwig für seine Publikation Großadmiral Karl Dönitz. Legende und Wirklichkeit (Paderborn: Schöningh, 2010) ausgewertet.
Karl Dönitz vermachte den Teilnachlass Jürgen Rohwer, dem ehemaligen Direktor der Bibliothek für Zeitgeschichte. Im Jahr 2014 wurde der Bestand an die Württembergische Landesbibliothek übergeben.